Malische Botschaft in Deutschland:

Ambassade de la République du Mali
Kurfürstendamm 72
10709 Berlin

Tel. +49 30 31 99 88 3
Fax. +49 30 31 99 88 48
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Öffnungszeiten:
Montags bis freitags von 09:00 - 16:00 Uhr

Deutsche Botschaft in Mali
Ambassade d'Allemagne au Mali

Badalabougou Est
Ave. de l'OUA, rue 14 porte 330
Bamako

Tel. +223 20 70 07 70
Mobil +223 66 75 94 25 (in dringlichen Fällen)
Fax. +223 20 22 96 50

Öffnungszeiten:
Montags bis freitags von 08:30 - 11:30 Uhr

 

 

Mali hat tolle Musiker, hier einige Hörtipps

Mali18030243661200H

Ali FarkaTouré, gestorben 2006, mit seinen berühmten Alben:

(Album Tipp von Annette)

  • Talking Timbouktou
  • Savane

 

Salif Keita

Sein neues Album, das letzte seiner Karriere, wie er sagt, ist gerade erschienen

  • Un autre blanc

Mit dem Album setzt er sich gegen die Diskriminierung von „Albinos“ auseinander

 

Bassekou Kouyaté
  • • Debütalbum: Segu Blue
  • • Aktuelles Album: Ba Power

Er war zu Gast in der Essener Philharmonie 2018

 

Toumani Diabaté

Berühmt durch sein Spiel an der Kora, aktuelles Album

  • Lamomali

 

Amadou und Mariam
  • La confusion
  • Single: la Realité (Album Tipp von Annette: Dimanche a Bamako)

 

Fatoumata Diawara

Neues Album:

  • Fenfo, siehe auch Filmtipp Maliblues

 

Oumou Sanagré

Aktuelles Album

  • Mogoya

Sie war zu Gast in der Essener Philharmonie, 2018

 

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Mali Blues

Dokumentation Mali / Deutschland 2015 | arte

Mali, im Herzen von Westafrika gelegen, wird oft als Wiege des Blues und Jazz bezeichnet. Es heißt, Sklaven hätten ihre heimischen Rhythmen und Klänge von dort auf die Baumwollfelder Nordamerikas mitgebracht.

In Mali ist die Musik bis heute Teil der kulturellen Identität des Landes. Musiker genießen eine hohe Stellung in der Gesellschaft. Mit Fatoumata Diawara, internationaler Shooting-Star der Global-Pop-Szene, begibt sich die preisgekrönte Dokumentation auf eine musikalische Reise.

Regisseur Lutz Gregor spürt der reichen Musikkultur des Landes nach und erfährt, wie sie von Dschihadisten bedroht wird.

(Ein Tipp von SOLISA Mitgleid Helmut Düngen)

Hallo liebe Solisa Freunde,

hier noch mal ein Radio Feature Hinweis

Die App für Android heißt "ARD Audio".
Viele interessante Sendungen sind dort zu finden und downloadbar.
Wenn man bei der Stichwortsuche unter "Mali" nachschaut finden sich einige sehr gute Reportagen.

Zum Beispiel:

Die Drogenbarone von Mali

Ein Feature über Kriegstreiber und eine Friedensmission

Wussten Sie eigentlich, was Timbuktu und Hamburg gerade miteinander verbindet?

Mali18030647751200Die berühmten alten Handschriften von Timbuktu befinden sich aktuell an der Universität Hamburg und werden dort konservatorisch behandelt, katalogisiert, digitalisiert und erforscht.

Die Geschichte dazu:

Nach dem Militärputsch in Mali haben radikalislamische Islamisten die berühmte Bibliothek von Timbuktu im Norden Malis zerstört. In der Bibliothek lagerten ca. 300.000 handschriftliche Manuskripte, die als wichtigste Sammlung der Geschichte westafrikanischer literarischer Tradition gelten. Die Schriften gehören zum UNESCO Weltkulturerbe.

Die Eigentümer der Bibliotheken schmuggelten während der politischen Unruhen die Schriften in über 1000 Metallkisten in die 700 km entfernte Hauptstadt Bamako, um sie zu sichern. Sie nutzten alle möglichen Transportmittel, den Landbus, die Nigerfähre und manch einer berichtet auch über den Transport einer Kiste auf dem Eselskarren.

Der Organisator dieser couragierten Aktion, gilt als „Retter der Schriften.“ Dr. Abdel Kadel Haïdara, der Direktor der Mamma Haïdara Gedächtnis Bibliothek wurde 2014 dafür vom ehemaligen Außenminister Dr. Frank Walter Steinmeier mit dem deutschen Afrika Preis ausgezeichnet.

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Es gibt eine eigene Internetseite zu den Manuskripten. Dort kann sich jeder an der Rettung der Schriften beteiligen: https://www.indiegogo.com/projects/timbuktu-libraries-in-exile#/

 

Souvenir Tipps von Janni Wieswegs erster Malireise

Wer kitschige Kühlschrankmagneten und andere übliche Mitbringsel sammelt, der ist in Mali falsch. Die Tourismusbranche ist zum Glück noch nicht so ausgeprägt, dass man den üblichen Chinakram findet. Dennoch, wer seinen Lieben und sich selber ein nettes Geschenk mitbringen möchte, wird nicht enttäuscht. Anbei ein paar Vorschläge für originelle Mitbringsel, die nicht nur toll aussehen, sondern auch die kleinen Händler in Mali vor Ort unterstützen:

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Eine bunte Gießkanne

Die Gießkannen werdet ihr in Mali an jeder Ecke und auch noch auf den stillsten Ort finden. Sie dienen in erster Linie zum Waschen. Generell werden euch, wenn ihr in Mali seid, die vielen tollen bunten Farben auffallen. Die Gießkannen werden in Mali aus recyceltem Plastik gefertigt. Achtet beim Kauf auf dem Markt auf das „Made in Mali“ Zeichen.

Stoffe

Auf jedem Markt gibt es tolle Stoffe. Zu bestimmten Anlässen, wie dem Weltfrauentag, werden jedes Jahr neue Stoffe entworfen, die dann die Menschen vor Ort tragen. Aus den Stoffen könnt ihr hier tolle Überwürfe zaubern oder wie wäre es, daraus eine Alternative zur Frischhaltefolie zu zaubern, indem ihr es mit Bienenwachs bearbeitet? Euer Pausenbrot wird dadurch auch in Deutschland ein echter Hingucker!

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Lasst euch ein Kleid, oder ein Hemd schneidern

Die Schneider vor Ort sind super geschickt. Sie messen euch vor Ort aus und schneidern euch innerhalb von wenigen Tagen ein tolles Einzelstück. Maßgeschneidert, das hat bestimmt nicht jeder. Ihr könnt auch Vorlagen aus Deutschland mitbringen, wenn ihr ein bestimmtes Model bevorzugt oder für jemanden etwas mitbringen wollt.

Ein Teeservice mit Tee

Die Teezeremonie ist etwas ganz besonderes und auch wir, die sie schon seit Jahren kennen, können euch nicht ganz genau sagen, wie oft ihr den Tee umkippen müsst damit er so herrlich süß schmeckt wie in Mali. Probiert es einfach aus.

Ein vollgeschriebenes Tagebuch

Auch wenn ihr im normalen Leben kein Tagebuch schreibt, fangt vor Ort an. Die vielen tollen Erfahrungen die ihr dort macht, solltet ihr festhalten und mitnehmen. Auch Jahre später könnt ihr davon noch zehren.

Ein Touaregtuch

In der Tuareg Kultur schützen sich die Männer vor Wind und Sand. Sicher habt ihr die vielen tollen bunten Turbane gesehen die um die Köpfe der Männer geschlungen sind. Die Tücher in den bunten Farben peppen jede triste Winterjacke auf und so habt ihr auch hier noch etwas Sonne um den Hals, wenn es draußen mal wieder stürmt und schneit.

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Eine Kopfbedeckung

Ein schöner Hut aus Filz ist für Männer ein super Mitbringsel. Es gibt sie in verschiedenen Ausführungen und Farben. 

Eine Maggi Gewürzkette

Auch wenn ihr nicht mit Maggi würzt, viele Malier tun es und in vielen Küchen hängt die typisch gelb/rote Gewürzkette.

Eine Postkarte

Ja, die gibt es auch in Mali. Zum Beispiel im Nationalmuseum in Bamako. Wir raten euch nicht dazu, sie abzusenden. Packt sie in den Rucksack und verteilt sie hier oder hängt sie euch an den Kühlschrank.

Eine Kalebasse

Kalebassen sind ausgehöhlte Kürbisse die getrocknet als Schüsseln genutzt werden. Dazu vielleicht noch ein nettes Salatbesteck aus Kürbis? Warum nicht!

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Reise nach MaliAm 1. März machten sich zwei Mitglieder vom Freundeskreis SOLISA auf den Weg in das westafrikanische Land Mali, eines der ärmsten Länder der Welt. Annette Giesen und Jannica Wiesweg übernahmen die Aufgabe, mehrere Entwicklungshilfeprojekte einzuweihen, die die Nichtregierungsorganisation SOLISA in Mali auf den Weg gebracht und für die der SOLISA Freundeskreis e.V. in Deutschland Gelder und Sponsoren gewonnen hatte. Finanziell unterstützt wurden die Projekte auch vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklungshilfe in Bonn. 

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Am 1. März machten sich zwei Mitglieder vom Freundeskreis SOLISA auf den Weg in das westafrikanische Land Mali, eines der ärmsten Länder der Welt. Annette Giesen und Jannica Wiesweg übernahmen die Aufgabe, mehrere Entwicklungshilfeprojekte einzuweihen, die die Nichtregierungsorganisation SOLISA in Mali auf den Weg gebracht und für die der SOLISA Freundeskreis e.V. in Deutschland Gelder und Sponsoren gewonnen hatte. Finanziell unterstützt wurden die Projekte auch vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklungshilfe in Bonn.

Im Vorfeld mussten wir abwägen, ob eine Reise angesichts der instabilen Lage möglich war, denn Mali, dreieinhalbfach so groß wie Deutschland, leidet seit einigen Jahren unter Unruhen insbesondere im Norden, wo sich unterschiedliche Interessengruppen gegenseitig bekämpfen. Die Tuareg, ein Nomadenvolk deren Stämme sich in drei Grenzregionen von Algerien, Niger und Mali bewegen fordern mehr Unabhängigkeit und eine strukturelle Verbesserung ihrer zugewiesenen Lebensorte. In Folge eines malischen Militiärputsches in 2012 haben sie sich teilweise radikalisiert und sich den Gruppierungen von Al Khaida Maghreb angeschlossen die wiederum mit jungen gewaltbereiten malisch-stämmigen Libyern, die in Folge des Sturzes vom libyschen Machthaber Ghaddafi in ihre Heimat zurückkehren mussten kooperierten. Sie alle verfolgten gemeinsam das Ziel einen unabhängigen Staat AZAWAD auszurufen. Unterstützt wurde diese Bewegung schnell vom IS der solche Bewegungen weltweit für eigene Interessen nutzt. Die verschiedenen Gruppierungen bilden aktuell keine gemeinsame Bewegung mehr. Dazu beigetragen hat ein UN Mandat mit dem Ziel die radikalen Islamisten zu vertreiben und die staatliche Integrität wieder herzustellen. Ein MINUSMA Mandat, ein Einsatz aus einem Zusammenschluss der afrikanischen Armee übernimmt inzwischen die Kontrolle und die Friedenssicherung im malischen Norden. Das UN Mandat ist in den MINUSMA Einsatz eingebettet und hat aktuell den Auftrag das malische Militär zu stärken und die Friedenssicherung zu flankieren. Insbesondere Frankreich und Deutschland senden seit 2013 Soldaten für diesen Einsatz in den Norden Malis. Der anfängliche Stabilisierungserfolg in Folge der Mandate ist aktuell wieder gefährdet. Der Norden Malis bleibt weiterhin ein Pulverfass unter dem besonders die Zivilbevölkerung zu leiden hat. In dessen Folge gibt es eine Teilreisewarnung des auswärtigen Amtes.
Wir entschlossen uns dennoch, die Reise zu machen da die aktuellen Entwicklungsprojekte von SOLISA nicht in der Krisenregion liegen.

MaliBamako1803024394800pxUntergebracht wurden Annette Giesen und Jannica Wiesweg im Haus von Bandiougou Niakaté, Geschäftsführer von SOLISA in Mali. Die gastfreundliche Unterbringung unter dem Schutz der Familie war typisch für malische Großfamilien in denen bis zu 30 Personen unter einem Dach leben. Familie Niakaté lebt in einem ganz durchschnittlichen Wohnviertel Bamakos. Den Schlafplatz bildet eine einfache Matratze auf dem Boden in einem Raum ohne Klimagerät. Bei 33 Grad Temperatur noch in der Nacht ist dies eine besondere Herausforderung für klimaverwöhnte Europäer. Zudem leben malische Familien auch in der Hauptstadt mit „lebender Nahrung“ wie Hühnern, Ziegen und Schafen zusammen. In dieser Folge gibt es auch vermehrt fliegende und herumkriechende „Haustiere,“ gegen die ein gutes Moskitonetz und der Einsatz von starkem Mückenspray hilft.
Nach zwei Tagen Eingewöhnungszeit an die durchgehende Tagestemperatur von 45°C im Schatten in der Hauptstadt Bamako empfingen wir noch zwei holländische Automechaniker, die uns auf den Reisen in die Dörfer begleiteten.
Auch in Holland gibt es Gruppen, die SOLISA unterstützen. Die beiden Spezialisten reparierten so ziemlich alles, was ihnen unter die Finger kam, vom Jeep bis zur Wasserpumpe. Improvisation war oberstes Gebot, denn Ersatzteile sind Mangelware.

 

MaliBamako1803024358800pxZusammen bestiegen wir bei der ersten Projekttour zwei Geländewagen und fuhren nach Koursalé, einem Dorf am Fluss Niger ca 50 km südwestlich von Bamako. Die zweieinhalbstündige Fahrt raus aus der Hauptstadt über verstopfte Straßen und über holprige Buschpisten gab schon einen Vorgeschmack auf die nächsten Ausflüge in weiter entfernte Dörfer. Die Grundsteinlegung einer Gesundheitsstation war der Anlass der Projekttour. Für die Dorfgemeinschaften ist bereits der Projektstart ein großes Ereignis, denn sie wissen dass sich damit endlich die Situation der Bevölkerung verbessern wird. Wir wurden bereits seit Stunden vom ganzen Dorf erwartet und als die beiden Jeeps dann endlich auftauchten, gab es auf dem Dorfplatz einen umwerfenden Empfang mit Trommeln, Gesang, Tänzen, Lachen und zigfachen Umarmungen und Händeschütteln. Die Herzlichkeit und Freude der Menschen beeindruckt und rührt jedes Mal wieder.

Der Rat des Dorfes setzte sich mit uns Europäern und mit SOLISA-Geschäftsführer Bandiogou Niakaté in einer Runde zusammen und dann wurde die Situation des Dorfes geschildert und der Plan erklärt, wie und wann die Gesundheitsstation errichtet wird wie Personal eigesetzt wird und vor allem, wie das Projekt nachhaltig gesichert werden muss. Wie kann man erreichen dass die Menschen die Gesundheitsstation tatsächlich nutzen, was muss passieren, damit Hygienestandards eingehalten werden, Impfkampagnen und Medikamentenverabreichung und Geburten dauerhaft vor Ort stattfinden? Das zeichnet SOLISA-Projekte alle aus; sie sind auf Nachhaltigkeit und dauerhaftem Engagement der Bevölkerung für „Ihr“ Projekt angelegt. Nach der einmaligen Starthilfe zum Bau einer Gesundheitsstation und der Anschubfinanzierung von Hebamme und Apotheker muss die Dorfgemeinschaft selbst dafür sorgen, dass Gebäudepflege und Personal finanziert wird. Dies wird durch SOLISA noch Jahre nach Projektbeginn regelmäßig kontrolliert und begleitet. Diese Fragen sind zwar alle schon lange vorher bei Beantragung von Zuschüssen durch das Entwicklungsministerium erläutert worden, sie werden aber in der Projektphase immer wieder mit der verantwortlichen Dorfgemeinschaft kommuniziert.

MaliKoursala1803034516800pxNach dem „großen Palaver“, der Großen Dorfversammlung wurde dann der Grundstein gelegt. Anders als bei uns wird ein kleines Quadrat aus Ziegeln außerhalb des entstehenden Gebäudes gemauert und auf dem Putz der obersten Lage das Datum eingekratzt. Die Materialien für einen Schulbau oder eine Gesundheitsstation werden vor Ort eingekauft oder wie die Ziegel vor Ort hergestellt.

SOLISA finanziert zu jedem Schul- oder Gesundheitsprojekt auch einen gemeinschaftlichen Kornspeicher für die Verteilung von Getreide an die Bevölkerung in der Trockenzeit in der die Ernährung knapp wird. Zudem gehört zu fast jedem Projekt inzwischen auch der Bau einer Solar-Pumpstation für Trinkwasser. In den letzten Jahren sind besonders die Pumpstationen überlebens-notwendig geworden. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit und der jedes Jahr geringeren Regenmengen führt der Fluss Niger, die Hauptschlagader des Landes, immer weniger Wasser und das wenige Flusswasser ist mit Bakterien und Viren verseucht, die schwere Krankheiten auslösen können. Die von den Dorfbewohnern maximal bis 40 m selbst gegrabenen Brunnen trocknen aus. Abhilfe schaffen nur Bohrungen mit mobilen Bohrgerät, die die Gesteinsschichten durchdringen und in etwa 100 – 120 m Tiefe auf Süßwasser-Reservoirs treffen. Mit einer solar angetriebenen Pumpe kann das Wasser gefördert werden. Auch dabei verlangt die malische Nichtregierungsorganisation SOLISA eine verantwortliche Wasserrationierung und -verteilung. Es muss ein Wasserkomitee vom Dorf ernannt werden, das die Pumpe nur zu bestimmten Zeiten öffnet, die Pumpstation kontrolliert und es wird die Wassermenge festgelegt, die jeder Dorfbewohner kostenlos erhält. Darüber hinaus gehende Wassermengen müssen bezahlt werden. So wird gesichert, dass mit dem Wasser verantwortlich und sparsam umgegangen wird. Das deutsche Ministerium für Entwicklungszusammenarbeit fördert die SOLISA Projekte derzeit mit 90 % , 10% an Projektmitteln, die Trägerverantwortung und die Abrechnung der Fördermittel mit dem deutschem Ministerium gewährleistet der Essener Solisa Freundeskreis e.V.

MaliBamakoMion1803064807800pxDie nächste Projekttour führt uns in etwas weiter gelegene Dörfer. Im Dorf Mion, ca 300 km nördlich, ebenfalls am Niger gelegen, hatte SOLISA 2015/2016 mit dem Geld des Vereins aus Essen eine Schule gebaut und 2016/2017 eine Gesundheitsstation, die im Februar 2017 eingeweiht wurde. Wie ein weitgereistes Dorfmitglied, dass endlich nach Hause kommt, wurde vor allem Annette Giesen begrüßt und geherzt und auch sie kannte viele Frauen und Männer noch namentlich und erkundigte sich nach Familie und Gesundheit. Der Zufall wollte es, dass in der Nacht die wir in Mion verbrachten das 65. in der Gesundheitsstation Baby geboren wurde. Aus Freude, Dankbarkeit und zu Ehren von Annette Giesen als Vertreterin des deutschen SOLISA-Vereins, gaben die Eltern dem kleinen Mädchen den Namen „Annette.“
Geschlafen haben wir unter freiem Himmel im Moskitonetz und auf einer Matratze. Der Sternenhimmel ist atemberaubend. Ohne Lichtverschmutzung durch umliegende Städte, ist der gesamte Nachthimmel übersät mit Sternen und die Milchstraße zieht sich als schwaches weißes Band von Horizont zu Horizont.

Traurig und wunderschön zugleich erlebten wir den Sonnenaufgang am nächsten Morgen direkt am Ufer des Niger. Traurig, weil der mächtigste Strom Westafrikas so wenig Wasser führt, dass 100 m zu beiden Ufern trocken liegen, aber auch wunderschön, weil die Stille und die afrikanische Landschaft im Morgenlicht eine bezaubernde Stimmung erzeugen, die man wohl nicht vergisst.

In einer Assemble Générale, einer Dorfversammlung bekamen wir vor der Abreise aus Mion am Mittag ein Bericht über den Erfolg der Gesundheitsstation (1.500 Patienten bereits im ersten Jahr), über die zunehmende Eigenfinanzierung, über die Anzahl von begleiteten Geburten (65) , die Behandlung von Krankheiten, über die Erstversorgung in Notsituationen und über die Zusammenarbeit des jungen Teams aus Krankenschwester/Hebamme und Apotheker. Für den Solisa Freundeskreis Essen e.V. ist es wichtig über den dauerhaften Betrieb ihrer Projekte informiert zu werden, da wir ein große Verantwortung gegenüber den zahlreichen Sponsoren haben. Georg Kosinksi nutzte die Zeit um sich auch über die Schule in Mion zu informieren und durfte sogar den Unterricht in den gut besuchten Klassen filmen.

MaliKodougou1803075142800pxDie dritte Projekttour führte uns nach Kodougou ca. 170 km nordöstlich von Bamako zur der Einweihungsfeier einer Schule – stellvertretend für den Verein Baobab Hitfeld Zur Begrüßung erwarteten uns wilde Tänzer mit Masken, Bast und Speeren oder Stöcken. Etwas grotesk Unheimliches hat es schon, wenn solch ein Speer schwingender „Wilder“ auf einen zuspringt. Zumindest kann man sich vorstellen, wie es wohl den ersten Afrikaforschern zumute gewesen sein muss. Die Schulprojekte mit SOLISA werden Hand in Hand mit dem Ministerium für Erziehung in Mali umgesetzt. Erst wenn diese die Finanzierung und die Entsendung von Lehrern zugesichert ist, startet der Bau eines Schulgebäudes.

Die letzte Station der Reise war die Einweihung eines Gesundheitszentrums in Markadougou Sirakoro, ca. 200 km westlich von Bamako. Mit knappen sieben Stunden Autofahrt durch den Busch war die Anreise schon anstrengend. Die Klimaanlage des Geländewagens war ausgefallen und bei herunter gekurbelten Scheiben, fühlte sich der Fahrtwind an, als hielte man sich einen heißen Föhn vor das Gesicht. Wir kamen erst in der Dunkelheit im Dorf an. Dennoch war das ganze Dorf auf den Beinen und unter Gesang und Tanz wurden wir zum Dorfplatz geführt, wo ein Festmahl auf uns wartete. Reis oder Hirse mit Fisch oder Fleisch hört sich nicht schlecht an, war aber etwas gewöhnungsbedürftig. Der Fisch wird im Ganzen gebraten, also mit Kopf und Flossen und steckt voll von wer weiß wieviel Gräten und das Fleisch besteht zum Teil aus Innereien. Nichts für schwache Mägen. Der offizielle Teil war zum Glück erst für den nächsten Tag vorgesehen und todmüde bauten wir unsere Moskitonetze auf. Für die Leute im Dorf war aber noch lange nicht Schluss. Eine auf staubigem Boden aufgebaute Disco mit ordentlichen Lautsprechern dröhnte abwechselnd europäische Hits und afrikanische Rhythmen bis tief in die Nacht.

Am nächsten Morgen beobachteten wir den Aufbau des Platzes für die Einweihungsfeierlichkeit durch das malische „Öffentlichkeits-Team“. Alle möglichen Sitzgelegenheiten wurden zusammengetragen, Planen an Stöcken aufgehängt als Sonnenschutz, alte Ölfässer dienten als Lautsprecherständer und als Rednerpult. Wir waren fasziniert vom malischen Gegenstück zu Dieter Remys Mannschaft und konnten uns den einen oder anderen augenzwinkernden Vergleich nicht verkneifen…

Der etwas steifere offizielle Teil mit Festreden, wobei neben dem Dorfältesten oder Bürgermeister jede wichtige Person im Dorf eine mehr oder weniger kurze Rede hält, verlangte bei der Hitze Stehvermögen. Auch Annette Giesen, als Vertreterin des europäischen SOLISA-Projektes, hielt eine kurze Begrüßungsansprache in Französisch, der offiziellen Amtssprache, die von einem Dolmetscher in Bambara, der dort vorherrschenden Stammessprache übersetzt wurde. Die anschließende Feier verließen wir am frühen Nachmittag um nach Bamako zurückzukehren.
Obwohl die Einweihungsfeierlichkeiten sich im Grunde ähneln, ist es in jedem Dorf ein neues einzigartiges Erlebnis.